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Der junge Mojave-Indianer Robert Wolf befindet sich nach dem Tod seiner Mutter mit ihrer Asche im Gepäck auf dem Weg in den Norden der... Vendetta Rider – Ruhige Rache

Der junge Mojave-Indianer Robert Wolf befindet sich nach dem Tod seiner Mutter mit ihrer Asche im Gepäck auf dem Weg in den Norden der USA. Dort will er nach alter Tradition ihre Überreste der Natur zurückgeben und die Asche in einem See verstreuen, damit die Verstorbene ihre letzte Reise beginnen kann. Begleitet wird er dabei von Cash, der sowohl als Musiker als auch als Ehemann gescheitert ist. Was Cash nicht weiß: Wolf ist ein Mörder. Seine Mutter wurde vergewaltigt und ermordet und nachdem die Justiz den Täter nach einem Jahr hat laufen lassen, sorgte Wolf in Selbstjustiz dafür, dass der Gerechtigkeit aus seiner Sicht genüge getan wurde. Natürlich sieht das FBI es nicht so gern, wenn ihre Arbeit von Zivilisten erledigt wird und so begeben sie sich auf die Suche nach Wolf, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen.

In "Vendetta Rider" reist Robert Wolf (Jason Momoa) in den Norden der USA, um die Asche seiner Mutter nach alter Tradition an einem See zu verstreuen. (© Ascot Elite)

In „Vendetta Rider“ reist Robert Wolf (Jason Momoa) in den Norden der USA, um die Asche seiner Mutter nach alter Tradition an einem See zu verstreuen. (© Ascot Elite)

 

 

Der Blick auf das Cover von Vendetta Rider scheint schon relativ viel über den Inhalt des Films zu verraten. Zwei verwegen aussehende Männer auf Motorrädern, darüber das Wort „Rache“ – das kennt man ja schon. Auf der Rückseite ist zudem das kleine Logo der WWE Studios abgebildet und das ist eigentlich immer Grund zur Beunruhigung. Denn dabei handelt es sich um eine Tochterfirma des gleichnamigen Wrestling-Unternehmens und als sonderlich kreativ oder tiefgründig hat sich das ja noch nie hervorgetan. Auch die bisher produzierten Filme sind nicht gerade als cineastische Meisterwerke zu bezeichnen – was unter anderem auch damit zusammenhängen könnte, dass häufig die WWE-eigenen Wrestler Hauptrollen übernehmen. Das ist in Vendetta Rider zum Glück komplett anders. Womöglich auch, weil Hauptdarsteller Jason Momoa mit seiner muskulösen Statur und 1,93 Metern selbst ganz gut als Wrestler durchgehen könnte – eine gewisse Ähnlichkeit zum ebenfalls mit hawaiianischen Wurzeln ausgestatteten Leati Joseph Anoa’i alias Roman Reigns ist durchaus vorhanden. Was auch immer also dazu geführt hat, dass die WWE sich größtenteils aus dem Projekt herausgehalten hat, es hat Vendetta Rider gut getan.

 

Momoa ist hier nicht nur als Hauptdarsteller in Erscheinung getreten, er führte zudem Regie und verfasste das Drehbuch mit Jonathan Hirschbein und Robert Homer Mollohan. Hirschbein schrieb auch das Drehbuch für „Bad Country“ mit Willem Defoe und Matt Dillon, Mollohan spielt in Vendetta Rider neben der Autorentätigkeit die Rolle des Cash. Sarah Shahi („Fairly legal“, „Life“, „The L Word“) spielte bereits in „Shootout – Keine Gnade“ mit Sylvester Stallone an der Seite Momoas und Lisa Bonet („Die Bill Cosby Show“, „Der Staatsfeind Nr. 1“) ist praktischerweise gleich mit Momoa verheiratet. Trotz des vergleichsweise geringen Budgets von 600.000 Dollar hat Momoa also eine ziemlich erfahrene Darsteller-Riege an Bord geholt. Deren Leistung ist insgesamt gut gelungen, wenngleich es einige Szenen gibt, die dann doch ein wenig enttäuschen, wenn man die Schauspieler aus anderen Projekten kennt. Hervorzuheben ist hier allerdings der gebürtige Ire Timothy V. Murphy, der in seiner Karriere schon in so ziemlich jeder erfolgreichen US-Serie mitgespielt hat. Er setzt die Darstellung des Antagonisten, FBI-Agent Williams, mit hoher Intensität um und bringt den Zuschauer schnell dazu, eine Abneigung gegen ihn zu entwickeln. Ein Detail zum Schmunzeln: Im Film fragt er, wer eigentlich dieser „Irish“ sei, von dem ein Zeuge erzählt hat, woraufhin der Kollege antwortet, dass es sich dabei um einen gewissen „Timmy Murphy“ handelt…

Der Musiker Cash (Robert Homer Mollohan, r.) begleitet Wolf auf seiner Reise. (© Ascot Elite)

Der Musiker Cash (Robert Homer Mollohan, r.) begleitet Wolf auf seiner Reise. (© Ascot Elite)

 

 

Klassiker innovativ erzählt

Der Wohnort von Irish ist letztlich auch der Schauplatz, an die beiden gegensätzlichen Figuren Wolf und Williams zum ersten Mal aufeinander treffen. Die Umsetzung der Story ist also ziemlich interessant. Über den größten Teil des Films laufen die Wege der „Gegner“ völlig getrennt voneinander, was für das Thema Flucht ja eher untypisch ist. Man denke nur an die Serie „Prison Break“, in der es immer wieder zu Situationen kam, in denen die Flüchtigen erst in letzter Sekunde noch entkommen konnten. In Vendetta Rider läuft das komplett anders, was den Fokus auch eher auf die persönliche Mission von Wolf legt: die Asche seiner Mutter zu verstreuen. Nur zwei Mal wird gezeigt, dass er sich der Verfolgung durch das FBI bewusst ist. Dennoch wird durch cleveren Schnitt mehrfach der Eindruck erweckt, dass es nun doch zum Aufeinandertreffen und womöglich einem Kampf zwischen Flüchtigem und Verfolgern kommt.

Mit Kampfszenen wird in "Vendetta Rider" äußerst sparsam umgegangen. Einmal muss Cash allerdings kräftig einstecken. (© Ascot Elite)

Mit Kampfszenen wird in „Vendetta Rider“ äußerst sparsam umgegangen. Einmal muss Cash allerdings kräftig einstecken. (© Ascot Elite)

 

 

Mit Kampfszenen wird allerdings generell sehr gespart, was wiederrum sehr untypisch für einen Film mit WWE-Logo ist. Es gibt in Vendetta Rider im Prinzip nur zwei echte Szenen mit physischer Gewalt, die allerdings nur einmal auch deutlich als solche erkennbar ist – nämlich als Cash sich in einem illegalen Kampf beweisen muss. Dabei kommen dann auch tatsächlich doch noch einige grundlegende Wrestling-Aktionen zum Einsatz. In der zweiten Szene schreitet Wolf als Retter in der Not ein, um eine Vergewaltigung zu verhindern. Dabei sieht man allerdings hauptsächlich seine Silhouette, die auf die Umrisse des Vergewaltigers einprügelt und dabei von dahinter platzierten Autoscheinwerfern angestrahlt wird. Überhaupt arbeitet Momoa ungewöhnlich viel mit Gegenlicht, meistens ist die untergehende Sonne dabei die Quelle. Das Stilmittel fällt gleich zu Beginn des Films extrem deutlich auf und verleiht Vendetta Rider eine sehr eigene Atmosphäre. Dasselbe gilt für die extrem stimmungsvolle und clever Details einfangende Kameraführung. Der rotglühende Abendhimmel ist häufiger Begleiter von Wolf und Cash, während sie über die endlosen Straßen Amerikas rasen. Die riesige Weite der Landschaft wird dabei unglaublich gut eingefangen und unterstreicht den Drang nach Freiheit, der die beiden Biker Wolf und Cash verbindet. Denn obwohl sie kaum etwas voneinander wissen, sind sie ab ihrem ersten Aufeinandertreffen in einer dunklen Seitengasse unzertrennlich.

Gegenlicht ist in "Vendetta Rider" ein sehr häufig genutztes Stilmittel. (© Ascot Elite)

Gegenlicht ist in „Vendetta Rider“ ein sehr häufig genutztes Stilmittel. (© Ascot Elite)

 

 

Stimmung statt Sprache

Dialoge werden in Vendetta Rider übrigens nur selten geführt. Während der ersten Minuten wird abgesehen von einem kurzen Fluch des arbeitenden Wolf überhaupt nicht gesprochen. Stattdessen dominiert hier die stets unglaublich gut passende Filmmusik, die in jeder Szene genau die richtige Stimmung transportiert, die zur aktuellen Gemütslage der Charaktere passt. Dialoge und Musik tauchen selten zusammen auf, was den Film einerseits ungewöhnlich ruhig daherkommen lässt, andererseits aber auch dafür sorgt, dass jedes Wort gut zu verstehen ist. Leider sind die Dialoge zumindest in der deutschen Synchronisation etwas holprig und nicht unbedingt innovativ. Allerdings dienen sie auch in erster Linie dem Informationsfluss an den Zuschauer. Denn das Publikum erfährt zunächst nur durch die kurzen Unterhaltungen der Charaktere, weshalb Wolf überhaupt vom FBI gejagt wird. Er selbst erzählt seine Geschichte erst nach gut einer Stunde Spielzeit, als er mit Cash am Lagerfeuer sitzt. Die Szene des Mordes selbst wird aber nie gezeigt und auch der knapp vierminütige Bonusclip bricht bei Wolfs Angriff auf den Mörder seiner Mutter ab. Die Morde zu sehen ist aber auch gar nicht nötig, um Wolfs Tat nachvollziehen zu können. Allerdings wird das Thema der ungleichen Behandlung der Justiz von Weißen und anderen Bevölkerungsgruppen, in diesem Fall der Ureinwohner Amerikas, in Vendetta Rider nur relativ oberflächlich aufgegriffen. Es beschränkt sich im Prinzip auf einen sehr konkreten Vorwurf von Wolfs Vater. Unterschwellig zieht sich das Thema natürlich durch den ganzen Film, doch ein wenig mehr Deutlichkeit hätte es heutzutage schon sein dürfen. Nun muss man allerdings auch dazu sagen, dass die jüngsten realen Fälle dieser Thematik, nämlich die in den Massenmedien aufgegriffenen Morde an zwei schwarzen Jugendlichen 2012 in Florida und im August 2014 in Missouri eben erst nach Drehstart stattfanden und dementsprechend keinen Einfluss auf das Drehbuch haben konnten.

Momoa hat für sein Regiedebüt eine erfahrene Schauspieler-Riege zusammengetrommelt. Auch die aus der "Cosby Show" bekannte Lisa Bonet ist dabei. (© Ascot Elite)

Momoa hat für sein Regiedebüt eine erfahrene Schauspieler-Riege zusammengetrommelt. Auch die aus der „Cosby Show“ bekannte Lisa Bonet ist dabei. (© Ascot Elite)

 

 

Fazit

Vendetta Rider ist kein Film für Fans von wilden Prügeleien oder rasanten Verfolgungsjagden. Vielmehr geht es um die Werte von Familie, Freundschaft und natürlich Gerechtigkeit, die natürlich allesamt ohne den Einsatz übertriebener Gewaltdarstellung auskommen. Der Originaltitel „Road to Paloma“, zu Deutsch etwa „Weg nach Paloma“, ist in dieser Hinsicht auch deutlich passender als der leicht irreführende deutsche Untertitel „Weg der Rache“. Denn um die Hollywood-typische Rache geht es hier wirklich nur am Rande. Im Vergleich zu den typischen Blockbustern ist die Bild- und Tonqualität zwar schwächer, für das verfügbare Budget allerdings ebenso wie die Kameraführung absolut herausragend.

 

 

„Vendetta Rider – Weg der Rache“ ist im Vertrieb von Ascot Elite auf DVD und Blu-ray erhältlich.

 

Erscheinungsdatum
26. August 2014

Originaltitel
Road to Paloma

Genre
Thriller

Laufzeit
ca. 91 Minuten

Altersfreigabe
ab 16 Jahren

Regie
Jason Momoa

Cast
Jason Momoa, Tye Alexander, Henree Alyse, Lisa Bonet, Sarah Shahi, Chris Browning, Charlie Brumbly

 

 

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