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Am gestrigen Freitag erschien mit „Heart Bleed Out“ das neue und mittlerweile vierte Studioalbum von Erik Penny. Mehr als zwei Jahre Arbeit münden in das wohl persönlichste Werk seiner Karriere.

„Heart Bleed Out“ ist das vierte Studioalbum von Erik Penny und sehr autobiografisch geprägt. (© Photo by: Meike Bergmann)

„Heart Bleed Out“ ist das vierte Studioalbum von Erik Penny und sehr autobiografisch geprägt. (© Photo by: Meike Bergmann)

 

 

Wer den Musiker Erik Penny in eine Schublade stecken möchte, hatte von Anfang an keine leichte Aufgabe. Der vielseitige US-Amerikaner hat einen ganz eigenen Stil, der wahrscheinlich auch von seinem geografischen Lebensweg beeinflusst wurde. Geboren ist er in Potsdam, New York im Nordosten der USA und nur etwa zehn Meilen von der kanadischen Grenze entfernt. Aufgewachsen jedoch ist er in El Paso, Texas direkt an der mexikanischen Grenze. Später verschlug es ihn zunächst nach Los Angeles, wo er sich als Frontmann der Band „Penny“ und schließlich als Solokünstler „Erik Penny“ einen Namen machte.

 

Der nächste große Schritt folgte 2008, als er Amerika hinter sich ließ und nach Berlin zog. Auf diesem langen und weiten Weg lernte er so ziemlich jeden Musikstil von Classic Rock über Country/Folk, Pop, Mariachi-Musik, New Wave, Alternative und Indie-Rock sowie Americana und das Genre Singer/Songwriter kennen, die durch die unterschiedlichen Einflüsse bei Erik Penny aber einen ganz besonderen Charakter bekommen und sich über fließende Grenzen miteinander verbinden.

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Deshalb dürfte es mit „Heart Bleed Out“ nun auch absolut unmöglich geworden sein, ihn trotz der wahrscheinlich am besten passenden Bezeichnung „Singer/Songwriter“ auf nur einen oder zwei dieser Stile festzulegen – eine so breite Palette findet sich nur sehr selten. Melancholie, Lebensfreude, Lagerfeuerromantik, Gänsehaut und sogar eine Prise Rock lassen nicht für eine Sekunde Langeweile aufkommen. Nicht nur das unterscheidet „Heart Bleed Out“ von den vielen Alben der heutigen Zeit, die oft nur aus drei Singles bestehen und dann mit ein wenig Füllmaterial auf zehn Titel „gestreckt“ werden: Erik Penny hat gleich 14 Tracks auf sein Album gepackt und jeder einzelne davon hat es verdient, mindestens in den Top Ten vertreten zu sein – was zumindest zeitgleich leider rein rechnerisch scheitern muss.
Schwer vorzustellen, wie lange die Diskussion dauerte, bis „Flowers & Fire“ als Vorab-Single feststand (hier geht’s zum Musikvideo). Der Vorteil dieses „Luxusproblems“: die Wahl war logischerweise goldrichtig. Der Song, in dem der Metropolen-erfahrene Musiker das Leben in der Großstadt beschreibt, gehört wie auch „Dance“ zu der Sorte von Liedern, die immer und überall sofort für gute Laune sorgen und einen mitsingen lassen, obwohl man den Text nicht kennt – die Freude zur Musik und die positive Einstellung überträgt sich ganz einfach von selbst.

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Darin liegt die große Stärke von Erik Penny, selbst in melancholischen oder gar tragischen Momenten. Mag die Geschichte, die er erzählt, noch so traurig sein: Die Zuversicht und der Lebensmut gehen trotzdem nie verloren. Mit dieser Einstellung beobachtet er das Leben und die Menschen um ihn herum und verarbeitet diese Eindrücke in seinen Liedern. Ehrlichkeit ist für ihn eine wichtige Voraussetzung, um ein gutes Lied zu schreiben und die Handlung seiner Stücke ist dementsprechend nie fiktiv. Ganz im Gegenteil ist vor allem „Heart Bleed Out“ sehr autobiografisch geprägt. Erik Pennys Leben glich in den letzten Jahren einer Achterbahnfahrt mit einigen schweren Schicksalsschlägen, die wohl vielen anderen Menschen ihren Antrieb genommen hätten. Auf die große Freude über die Geburt seiner Tochter folgte nur wenig später die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen und wiederrum kurz darauf erkrankte seine kleine Tochter schwer. Für den Wahlberliner bot die Musik vor allem in dieser Phase eine Zuflucht und ein Ventil, um die Herausforderungen bewältigen und die Flut an Emotionen verarbeiten zu können. Damit ist klar, was Erik Penny meint, wenn er sagt, dass er „Heart Bleed Out“ schreiben „musste“: „Ich hatte keine Wahl, das Album schrieb sich gewissermaßen von selbst.“

Die Titel auf „Heart Bleed Out“ geben einen Einblick in diese Zeit dieses ständigen Auf und Ab. Der Wille, trotz der vielen Rückschläge nicht aufzugeben und weiter sein Glück im Leben zu suchen, findet sich sogar in der Struktur der Lieder. Viele Songs sind von der grundlegenden, entspannten Ruhe Erik Pennys und einer leichten Melancholie geprägt, entwickeln sich jedoch im Laufe der Strophen und Refrains von eher ruhigen Balladen zu tanzbaren Mitsing-Songs. Ausnahmen bilden da lediglich die durchweg dynamisch-fröhlichen Titel über positive Erfahrungen und der eröffnende Titeltrack. Dieser ist als offener Brief an einen verstorbenen, geliebten Menschen verfasst und daher der wohl traurigste und zugleich emotionalste Track. Vor allem „Old Enemies“ greift diese Stimmung noch einmal auf und betont dann, wie wichtig es ist, schlechte Erfahrungen hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken, um – wie auch in „A Path We Share“ erzählt – den gemeinsamen Weg weiterzugehen. Diese Einstellung erklärt übrigens auch in „Call It Home“, warum der oft, viel und weit gereiste Erik Penny trotzdem noch ein echtes Zuhause hat…

Weit gereist: Erik Penny stammt gebürtig aus Potsdam, New York im Nordosten der USA. Über El Paso und Los Angeles landete er 2008 in Berlin. (© Blackbird Music / Photo by: Saskia Otto)

Weit gereist: Erik Penny stammt gebürtig aus Potsdam, New York im Nordosten der USA. Über El Paso und Los Angeles landete er 2008 in Berlin. (© Blackbird Music / Photo by: Saskia Otto)

 

 

Ein neues musikalisches Zuhause hat Erik Penny übrigens im Berliner Label „Blackbird Music“ gefunden. Im „Blackbird Music Studio“ hat er neben der Arbeit mit David Green in Los Angeles einen Teil des Albums aufgenommen und produziert und schließlich der Platte den letzten Feinschliff verpasst. Unter anderem wohl auch deshalb, weil die großen, lichtdurchfluteten Aufnahmeräume perfekt zum warmherzigen Charme passen, den Erik Penny in seiner Musik transportiert. Kein Wunder, dass das Album auch technisch absolut zu überzeugen weiß. Schließlich ergänzen sich die Detailbesessenheit des Musikers und die hohe Qualität der Studioausstattung (als Mischpult steht die einzige NEVE Black Genesys Konsole in Deutschland im Regieraum) perfekt, was sich in den Songs auf „Heart Bleed Out“ wiederspiegelt. Selbst bei den ersten Hörproben am Laptop klingt die hervorragend abgemischte Platte unglaublich gut – für den imposanten und mitreißenden Klang über eine HiFi-Anlage sind kaum Worte zu finden. Man fühlt sich vom ersten Takt an direkt nach Berlin in den Aufnahmeraum versetzt.

 

 

Einzig die Live-Auftritte können diesen Eindruck noch übertreffen.Wer einmal bei einem Konzert dabei war, wird die besondere Atmosphäre nicht mehr vergessen. Das liegt daran, dass Erik Penny eine derart positive und warmherzige Ausstrahlung besitzt, dass bereits der Blickkontakt zur Begrüßung das Gefühl vermittelt, man kenne sich schon seit Ewigkeiten.
Diese Erfahrung können seine Fans bald wieder selbst machen. Mit der Veröffentlichung von „Heart Bleed Out“ findet der Wahlberliner auch den Weg zurück auf die großen Bühnen. Vor der langen Pause war er bereits mit Joe Cocker, Ronan Keating und Philipp Poisel unterwegs, nun folgen endlich seine nächsten Touren. Nach einem Ausflug nach Tokio Ende Oktober beginnt am 7. November die 20 Termine umfassende Solo-Tour zum Album in Münster. Schon im Februar ist Erik Penny dann mit Unterstützung seiner Band erneut unterwegs (alle Konzerttermine auf einen Blick). Wer die Möglichkeit hat, einen seiner Auftritte zu besuchen, sollte das in jedem Fall tun.

Am 7. November beginnt die Solo-Tour von Erik Penny zum Album "Heart Bleed Out". Ab Februar folgt eine zweite Tour mit kompletter Band. (© Blackbird Music / Photo by: Robin Regner)

Am 7. November beginnt die Solo-Tour von Erik Penny zum Album „Heart Bleed Out“. Ab Februar folgt eine zweite Tour mit kompletter Band. (© Blackbird Music / Photo by: Robin Regner)

 

 

Unabhängig davon gehört „Heart Bleed Out“ in jedes CD-Regal oder auf die Festplatte von Fans echter, ehrlicher und authentischer Musik. Erik Penny ist einer der heutzutage immer weniger werdenden Musikern, die Musik tatsächlich als Kunst begreifen und darin eine ernst zu nehmende Botschaft verpacken. Man merkt von Anfang bis Ende, wie viel Herzblut in seiner Musik steckt und dass seine Texte aus tiefster Seele kommen. Das war schon bei jedem seiner Alben vor „Heart Bleed Out“ so und erreicht nun noch einmal ein neues Level. Bei manchen Interpreten wäre man überrascht, wenn sie immer wieder aufs Neue über sich hinauswachsen. Aber das gekonnte Überwinden von Grenzen hat Erik Penny ja noch nie Schwierigkeiten bereitet.

 

 

„Heart Bleed Out“ ist unter anderem bei iTunes und Amazon erhältlich.

 

 

www.erikpenny.com | www.facebook.com/erikpenny
www.blackbird-music.de | www.facebook.com/blackbirdmusicberlin

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