Home » Rezensionen » Debug – Feindliches System: Der Teufel kann nicht gelöscht werden
19. April 2015
von Sascha Rettenberger
Redakteur
Sechs junge verurteilte Hacker werden von einer Organisation auf eine tödliche Mission gesendet. Sie sollen einige Fehlfunktionen eines verlassenen Raumfrachters wiederherstellen und reparieren. Doch schon bald merken sie, dass die künstliche Intelligenz des Schiffes dieses Vorhaben mit aller Gewalt stoppen will.

Eine Gruppe junger Hacker soll einen Raumfrachter wieder auf Trab bringen. (© Ascot Elite)
Der Film beginnt mit einer Szene, in der eine junge Frau versucht, aus einer Zelle zu flüchten. Nachdem ihr das gelingt, macht sie Bekanntschaft mit dem Wächterprogramm des verlassenen Raumfrachters. IAM (Jason Momoa), so der Name dieses Programms, erscheint als Hologramm und hält die Flüchtende auf. Er tötet sie auf eine ganz skurrile Art und Weise.
Nach dem darauffolgenden Vorspann beginnt die eigentliche Handlung.
Sechs junge Cyberkriminelle und ein Aufseher haben durch die Federate Correctional Authority den Auftrag erhalten, das Computersystem des Frachters der Orcus-Klasse zu debuggen und neu zu booten. Die Mission wird dabei von dem Aufseher Capra (Adrian Holmes) überwacht. Nach einer kurzen Lagebesprechung machen sich die Computerverbrecher auf den Weg in die einzelnen Kommandozentralen. Unter ihnen befindet sich auch die Hacker-Veteranin Kaida (Jeananne Goossen). Sie entdeckt, dass die künstliche Intelligenz IAM die Mission sabotieren möchte und dabei die Grenzen überschreitet. IAM erscheint immer wieder auf den Monitoren, die auf dem Frachter verteilt sind und kann über die Kameras jeden Schritt der Eindringlinge verfolgen. Nachdem IAM sich bedroht fühlt, schließt er die Hacker und den Aufseher auf dem Frachter ein und für die Mannschaft beginnt ein Wettlauf gegen den Tod.

Schnell wird klar, dass es sich dabei keineswegs um eine leichte Mission handelt. (© Ascot Elite)
Debug ist ein solider Sci-Fi-Horrorfilm, der sich vieler genretypischen Mittel bedient. Die engen und teils schlecht beleuchteten Gänge und die Einsamkeit auf dem Frachter unterstützen die Spannung und Atmosphäre. Der Regisseur David Hewlett („Stargate Atlantis“) bringt seine Erfahrungen aus dem Sci-Fi-Segment in den Film ein und schafft es, das Setting des Frachters detailliert und glaubwürdig darzustellen. Einzig die computergenerierten „Außenaufnahmen“ könnten eine Prise mehr Realismus vertragen.
Die Schauspieler, die größtenteils eher unbekannt sind, spielen ihre Rollen gut. Adrian Holmes („Elysium“, „Arrow“), der die Rolle des Aufsehers übernimmt und im späteren Verlauf zum tödlichen Werkzeug des Wächterprogramms IAM wird, bringt Brutalität und Gewalt gut rüber. Jason Momoa („Game of Thrones“, „Conan“) ist ein echter Glücksgriff für die Produzenten David Hewlett und Steven Hoban („Splice – Das Genexperiment“). Die Rolle als teuflisches Computerprogramm steht ihm gut, die Mimik und Gestik des Hawaiianers unterstützen den diabolischen und grausamen Auftritt. Solche Rollen kann Jason Momoa gerne weiterspielen. Leider kommen seine Szenen zu kurz und größtenteils sieht man ihn nur auf den Bildschirmen, die sich auf dem Frachter befinden. Seine Rolle hätte wesentlich präsenter sein müssen.

Denn relativ schnell wird Aufseher Capra (Adrian Holmes) schnell von der künstlichen Intelligenz IAM gekapert. (© Ascot Elite)
Über die anderen Rollen und Schauspieler kann man leider nicht viel sagen. Die Charaktere werden beim Betreten des Frachters kurz gescannt und dabei bekommt man einen kurzen Rückblick auf deren Verbrechen. Mehr erfährt man leider nicht. Ein paar zwischenmenschliche Beziehungen finden noch Platz im Film, aber das war es dann auch schon. So benötigen die Schauspieler kein großes Talent, da die Rollen kaum Tiefgang haben.
Das Bild der Blu-ray (1080p/24; 1,78:1) hat eine gute Schärfe und einen hohen Detailgrad. Es bietet keine Mängel. Der Ton liegt im deutschen und englischen DTS-HD Master Audio 5.1 vor. Getestet wurde das deutsche Tonformat. Auch hier weist die Blu-ray kaum Fehler auf. Die Dialoge sind gut verständlich und die Atmosphäre auf den Frachter wird durch die Hintergrundgeräusche, das Öffnen der Türen und surrende Motoren gut aufgebaut. Die wenigen Actionszenen und Explosionen werden gut dargestellt.
An Extras hat die Blu-ray allerdings sehr wenig zu bieten. Neben dem Original-Trailer und dem „Behind the Scenes“-Beitrag befindet sich nur noch eine Trailershow auf der Disc.

Bild und Ton der Blu-ray sind makellos, einzig die Außenaufnahmen könnten etwas realistischer sein. (© Ascot Elite)
Fazit
Debug ist in meinen Augen ein Sci-Fi-Horrorfilm, der gute Ansätze bietet und Ähnlichkeiten zu Filmen wie „Event Horizon“ und „Cube“ aufweist. Die Atmosphäre und das Setting überzeugen, die Story wirkt jedoch insgesamt sehr flach und schnell erzählt. In den 86 Minuten kommt der Lichtblick des Films, der Schauspieler Jason Momoa, zu wenig zur Geltung. Seine Figur hätte mehr ausgebaut werden sollen. Die Story bekommt keinen richtigen Tiefgang und bietet wenig Überraschungen oder spannende Wendungen. Man darf bei Debug keine Innovationen erwarten, jedoch bieten die Horrorszenen gute Unterhaltung und Genrefans dürfen einen Blick riskieren.
„Debug – Feindliches System“ ist als DVD und Blu-ray im Vertrieb von Ascot Elite erhältlich.
Genre
Science-Fiction/Thriller
Laufzeit
ca. 86 Minuten
Altersfreigabe
ab 16 Jahren
Regie
David Hewlett
Cast
Jason Momoa, Jeananne Goossen, Adrian Holmes, Adam Butcher,
40 of 100
95 of 100
95 of 100
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68 of 100