Home » Tests » Kopfhörer/Headsets » Yurbuds Focus 100 – Perfekter Halt und auch perfekter Sound?
30. März 2016
von Sascha Rettenberger
RedakteurDie Yurbuds Focus 100 sind speziell von Frauen und für Frauen entwickelte Sportkopfhörer, die einerseits einen perfekten Halt bieten – und zwar ohne zu drücken – und zugleich jegliche Sportart mit perfektem Sound begleiten sollen. Wir haben diese superleichten und clever aufgebauten Sportkopfhörer mal genauer ins Auge und Ohr gefasst.
Seit einigen Jahren ist Yurbuds eine der am stärksten wachsenden Marken in der Unterhaltungselektronik. 2008 von Seth Burgett und Richard Daniels in den USA gegründet, erlangte die heute zur JBL-Gruppe gehörige Marke innerhalb kürzester Zeit auch weit über die Grenzen Nordamerikas einen enormen Bekanntheitsgrad. Nicht ohne Grund, denn immerhin handelt es sich bei den beiden Gründern um einen aktiven Triathleten und einen erfahrenen Marathon-Läufer. Entwickler also, die wissen, worauf es im Breiten- und Leistungssport ankommt. Ein Hintergrund, vor dem das Herstellerstatement „Wir vertrauen auf unsere persönliche Erfahrung und unser Training, um leistungsstarke Sportausrüstung zu entwickeln, die das Leben unserer Kunden erleichtert und ihre athletische Leistungsfähigkeit steigert“, nicht als leeres Marketingversprechen, sondern als Aussage mit Gewicht erscheint. Lassen wir uns also überraschen!
Yurbuds Focus 100: Ab ins Workout
Yurbuds bietet heute eine umfangreiche Produktpalette im Bereich sogenannter Sportkopfhörer an. Von der einfachen Variante, wie unserem Testmodell Focus 100, bis hin zur komfortableren Version der Liberty-Serie, die kabellos betrieben werden können. Im Yurbuds-Portfolio ist also für jeden Geldbeutel etwas dabei. Die uns vorliegenden Focus 100 bewegen sich im Preissegment um die 20 Euro. Für Sportanfänger oder die, die nur gelegentlich den inneren Schweinehund überwinden, sicherlich eine gute Investition, um herauszufinden, ob Musik die Motivation beim Sport weiter nach oben schrauben kann. Die Focus 100 sind im Speziellen für Sportlerinnen (und von Sportlerinnen) entwickelt. Die Bügel sind tatsächlich sehr klein und passen demnach auch nur auf kleinere Ohren. Yurbuds, respektive JBL, bietet hier einen wirklich tollen Service an. Sollte der Kopfhörer nämlich nicht passen, übersendet die Besitzerin einfach ein Foto der Kopfhörer im eigenen Ohr per -E-Mail an den deutschen Vertrieb und erhält eine personalisierte Anpassung – absolut kostenlos. Der Service stimmt also schonmal!
Wackelt nicht, hat aber Luft
Die Verpackung der Kopfhörer ist kompakt und recht unspektakulär. Im Lieferumfang befinden sich neben den Kopfhörern eine Garantiekarte und eine kleine Anleitung, die in erster Linie das richtige Einsetzen der Kopfhörer beschreibt. Letztere ist nicht unwichtig, denn die Focus 100 basieren auf der sogenannten und von Yurbuds patentierten Twistlock-Technologie. Diese verspricht einen druck- und schmerzfreien Sitz im Ohr und soll das Herausfallen der Kopfhörer während des Workouts verhindern. Die Farbgebung der Focus 100 ist übrigens sehr ansprechend. Die uns testweise zu Verfügung gestellte Kombination aus aquablau und hellgrau passt sehr gut zusammen, ist farbenfroh und dennoch zurückhaltend. Noch ein wichtiger Punkt: man findet sie so auch schnell in der Sporttasche wieder. Alternativ sind die 100er auch noch in zwei weiteren Dual-Colors verfügbar. Die Verarbeitung der Kopfhörer beweist sich ebenfalls als sehr wertig. Die Materialien erscheinen robust, widerstandsfähig und flexibel. Was das Versprechen der Schweißresistenz jetzt also schon fast bestätigt. Auch der Stecker ist sehr stabil. Die Stelle, die beim Sport die höchste Belastung erfährt. ist obendrein noch verstärkt. Das Signalkabel ist 1,20 Meter lang. Somit ist ausreichend Bewegungsfreiheit für fast jede erdenkliche Sportart gegeben. Natürlich lassen sich die 100er mit jedem Smartphone/Tablet, also egal ob Apple, Samsung, Sony etc. „paaren“, das einen handelsüblichen Kopfhörerausgang in 3,5 Millimeter-Ausführung offeriert.
Aber kommen wir nur zu dem, was die Focus 100 fürs Ohr zu bieten haben: Nach dem Einsetzen der Kopfhörer, was auf Anhieb nicht gerade einfach erscheint, mit Hilfe der Anleitung dann aber doch fix realisierbar ist, starten wir unseren Hörtest. Als Nutzer exklusiverer InEar- und/oder OnEar-Kopfhörer ist man sicher etwas Anderes gewohnt. Die Wiedergabe der Musik ist nicht zu vergleichen mit zuvor genannten Techniken. Kein Wunder, denn hier handelt es sich um sogenannte Behind-the-Ear-Kopfhörer. Diesem Aufbau folgende, kommt der Sound aus einem Klangkanal. Wie durch einen Tunnel wird der Schall hier bis zum Gehörgang getrieben. Behind-the-Ear-Kopfhörer sind nämlich in erster Linie für den Sitz in der Ohrmuschel entwickelt und müssen nicht in den Gehörgang gedrückt werden. So werden die Hörer bei entsprechender körperlicher Belastung und Anspannung nicht aus dem Gehörgang gedrückt. Klarer Vorteil gegenüber typischen InEar-Modellen, die nicht für jeden Sportler in Frage kommen. Ebenfalls von Vorteil ist die Tatsache, dass Umgebungsgeräusche (z.B. Straßenverkehr) besser wahrgenommen werden können. Ein auch in puncto Sicherheit wichtiger Aspekt. Nachteilig ist allerdings, dass kein entsprechender Bass aufgebaut werden kann. Das bestätigt sich dann gleich im ersten Musikstück: „One (Your Name)“ von Swedish House Mafia. Die Wiedergabe ist soweit in Ordnung und überraschend ausgeglichen. Bis auf die fehlenden Bässe kommt die gesamte Klangkulisse präzise und sauber am Ohr an. Nur bei höheren Lautstärken wird es dann vergleichsweise schrill und unangenehm fürs Ohr. Bei „A Hole In The Earth“ von den Deftones ist Chino Moreno’s Stimme zwar sehr gut verständlich, klingt aber etwas weit entfernt. Die Gitarrenriffs erscheinen zudem leicht kratzig. Was während der Wiedergabe und des Workouts aber auffällt: die Yurbuds sitzen sicher und fallen selbst bei starken Schüttelbewegungen nicht aus dem Ohr.
Fazit
Das Konzept von Behind-the-Ear Kopfhörern ist vermutlich nicht jedermanns Sache. Funktionalität und Haptik sind auf jeden Fall stimmig und eine runde Sache. Der Halt der Kopfhörer ist tatsächlich perfekt. Hier hat der Hersteller keineswegs übertrieben. Der Tragekomfort ist ebenfalls sehr gut. Klangtechnisch können die Yurbuds Focus 100 allerdings nicht voll überzeugen, was aber mit unter am Konzept dieses Modells liegt. Hier gilt es zuvor genannte Vor-und Nachteile vor dem Erwerb abzuwägen. Die Focus 100 sind aber für Freunde von Behind-the-Ear-Kopfhörern sicher einen Kauf wert. Wer etwas mehr Sound auf die Ohren bekommen möchte, sollte sich dagegen eher für ein „höheres“ Modell von Yurbuds entscheiden.
Test & Text: Sascha Rettenberger
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder
Klasse: Einstiegsklasse
Preis-/Leistung: gut - sehr gut
70 of 100
95 of 100
90 of 100

Technische Daten
Modell: | Yurbuds Focus 100 for Women |
---|---|
Produktkategorie: | Sport-Kopförer |
Preis: | 19,99 Euro |
Garantie: | 2 Jahre |
Ausführungen: | - aquablau - rot - lila |
Vertrieb: | Harman Deutschland, Garching Tel.: 0724 8711132 www.yurbuds.com |
Gewicht: | ca. 20 Gramm |
Impedanz: | 16 Ohm |
Anschluss: | - Kabel (3,5mm) |
Lieferumfang: | - yurbuds Focus 100 - Bedienungsanleitung - Garantiekarte |
Besonderes: | - geringes Gewicht - hoher Tragekomfort - jederzeit fester Sitz - kompatibel mit allen gängigen Smartphones - günstiger Preis |
Benotung: | |
Klang (60%): | 1,5 |
Praxis (20%): | 1,0 |
Ausstattung (20%): | 1,1 |
Gesamtnote: | 1,5 |
Klasse: | Einstiegsklasse |
Preis-/Leistung | gut |