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Redakteur
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Paradox: Trotz fortschreitender Individualisierung umgeben wir uns mehr und mehr mit austauschbarer Massenware. Geht es auch anders? Ja. Der Lautsprecherhersteller Inklang überträgt den Trend zur Selbstbestimmung auf den Boxenbau: Statt Schallwandler von der Stange bietet die Hamburger Manufaktur personalisierte Lautsprecher. Das clevere Konzept nennt sich Customizing – und das führt auch bei der Zwei-Wege-Box Inklang 13.3 AdvancedLine zu einem einzigartigen Ergebnis.

Die Inklang 13.3 AdvancedLine wird in zahlreichen Lackierungen angebotenen und lässt sich deshalb perfekt auf den Wohnraum abstimmen – hier eine Speziallackierung aus der Farbenwelt von Farrow & Ball: „Railings 31“ ist ein komplexer Schwarzton mit blauen Untertönen.

Customizing kennt jeder aus der Autobranche: Der Hersteller bietet uns ein Basismodell mit zahlreichen Ausstattungsoptionen an, so verwandelt sich durch unsere eigene Auswahl ein serielles Standardprodukt in ein individuelles Einzelstück. Dieses Personalisierungs-Verfahren wendet Inklang-Chef Thomas Carstensen seit 2014 auf den Lautsprecherbau an. Seine Manufaktur bietet in der Boxenserie „AdvancedLine“ acht Grundmodelle, die durch über vierhundert verschiedene Wahl- und Kombinationsmöglichkeiten von der Farbe bis zur Frequenzweiche am Ende zu einem einmaligen Schallwandler führen, der deshalb auch erst mit der Bestellung gefertigt werden kann. Die Gestaltungsfreiheit hat natürlich ihre Grenzen, schließlich soll der grundsätzliche Inklang-Charakter optisch und akustisch gewahrt bleiben. Deshalb sind drei Dinge nicht verhandelbar: die Speaker, die Maße, das Design.

Sie ist ein optisches Markenzeichen von Inklang: Die umlaufende Fase prägt das Erscheinungsbild aller Boxen der AdvancedLine.

Ausgezeichnetes Aussehen

Dass Inklang auch beim optischen Erscheinungsbild die eigene Identität wahrt, ist verständlich: Die umlaufende Fase, die bei allen Boxen für einen eleganten Übergang der Korpusflächen sorgt, ist ein prägnantes Markenzeichen von Inklang, für die gesamte Gestaltung der AdvancedLine haben die Hanseaten letztes Jahr den German Design Award bekommen. Das im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete Aussehen ist natürlich kein Zufall. Inklang hat das Konzept der AdvancedLine – akustische Exzellenz, optische Dezenz – in Kooperation mit einem Produktdesigner realisiert. Das Ergebnis ist eine Schallwandler-Linie, die mit stimmigen Proportionen, gut gesetzten optischen Akzente und auch durch die hochwertige Material- und Oberflächenbeschaffenheit punktet. Das selbstgesteckte Ziel lautet: zeitloses Understatement. Das verströmt auch unser Testmodell, die Inklang 13.3 AdvancedLine: Dieser Schallwandler harmoniert mit eigentlich jedem Einrichtungsstil, es dürfte selbst im Försterhaus funktionieren, im modernen Habitat erreicht man aber sicherlich die größte Stimmigkeit. So oder so: Dieser Schallwandler drängt sich nicht auf, er wertet auf. Zu dieser noblen Dezenz trägt die fünffach-seidenglanzlackierte Oberfläche der Box viel bei, sie fühlt sich beim Darüberstreichen einfach herrlich an! Die Hochwertigkeit zeigt sich bei dieser Inspektion nun bis ins Detail, sie erstreckt sich von den sauberst eingepassten Speakern auf der Front über die metallene Terminal-Abdeckung auf der Rückseite mit den amtlichen Anschlussterminals bis zu den Inklang-eigenen Füßen unter dem wohlgestalteten Sockel. Prima! Doch wie sind wir eigentlich dazu gekommen, gerade die 13.3 aus der AdvancedLine zu testen? Damit sind wir wieder beim Customizing – und bei seiner praktische Online-Umsetzung, dem Konfigurator.

Die Inklang 13.3 ist eine schmale Standbox der AdvancedLine, deshalb empfiehlt sich hier zugunsten eines sicheren Stands die mitgelieferte Sockelplatte aus massivem Aluminium.

Der Weg zum Wunsch-Wandler

Wer sich für einen Schallwandler von Inklang interessiert, kann auf der Homepage des Herstellers alle Möglichkeiten ausloten und virtuell den eigenen Wunschlautsprecher zusammenstellen. Mit dem sogenannten „Konfigurator“ macht das Ausprobieren sogar richtig Laune: Man bekommt alle vorgenommenen Fortschritte und Veränderungen sofort in einer Abbildung vor Augen geführt. Die Simulation lässt sich beliebig drehen und wenden, so kann man das werdende Werk rundherum betrachten. Damit man nicht wahl- und planlos agiert, geht es beim Konfigurator in einer logischen Abfolge voran. Der erste Schritt ist dabei der wichtigste: Welche Box passt zu mir? Damit man sich hier nicht die falsche Antwort gibt, hilft der Konfigurator bei der Auswahl. Wer unsicher ist oder einfach mehr wissen möchte, wird bei Inklang auch – oder alternativ – persönlich beraten. Auf der Homepage lädt ein Pop-Up-Fenster ausdrücklich zum Chat ein, telefonisch geht es natürlich ebenso, am Besten ist natürlich ein Besuch des Inklang-Showrooms im Hamburger Hafen, um bei einem unverbindlichen Hörtermin einen eigenen Eindruck zu bekommen. Wer allerdings schon weiß, dass Inklang-Boxen und eigene Klangvorstellungen harmonieren oder wer dies einfach mal testen möchte, konfiguriert und kauft online. Durch das vierwöchige Rückgaberecht geht das ohne Risiko. Das Geschäftsmodell funktioniert offenbar, Inklang praktiziert es seit zweieinhalb Jahren und verweist stolz darauf, dass die Rücklaufquote null Prozent betrage. Das kann gut sein, es trifft aber leider nicht auf Testmodelle zu: Wir haben die Regalbox 13.2, den Standlautsprecher 17.2, den Kompakt-Schallwandler 10.2 und das Flaggschiff 17.5, die wir bislang zu Gast in unserer Redaktion hatten, jeweils ungern wieder gen Hamburg ziehen lassen müssen.

Im Hamburger Inklang-Showroom kann man sich persönlich beraten lassen und die verschiedenen Modelle der AdvancedLine anhören.

Maßschneiderung

Nun also der nächste Versuch: Wir stellen uns eine Box zusammen, die prima zu unserem aktuellen Hörraum passt. Woher wissen wir das? Ganz einfach: Der Konfigurator verrät es uns, er berät uns zu Beginn bei den fundamentalen Fragen. Die wichtigste ist die Raumfrage: Die Größe des Hörraums muss in einem vernünftigen Verhältnis zur Dimension der Lautsprecher stehen. Wer auf 15 Quadratmetern Wohnfläche eine ausgewachsene Drei-Wege-Box betreibt, wird akustisch kaum zu einem befriedigenden Ergebnis kommen. Vor solchen Fehlern bewahrt uns der Inklang-Konfigurator, denn beim wichtigen ersten Schritt, der grundsätzlichen Modell-Auswahl, werden drei Kriterien abgefragt: Neben der Raumgröße (bis 20, 35, 50 oder 70 Quadratmeter) sind das die Aufstellung (freistehend, im Regal, im Sideboard, auf einem Standfuß oder an der Wand) und die Leistung des verwendeten Verstärkers (ab 20, 30, 40 und 50 Watt). Mit jedem Klick wird die Auswahl zur sinnvollen Lösung hin verfeinert. Dann mal los: Wir haben rund vierzig Quadratmeter Fläche zu beschallen, unsere Boxen sollen frei im Hörraum stehen, und unser bewährter Redaktions-Verstärker, der Yamaha A-S2100, liefert bis zu 160 Watt. Vier Modelle verbleiben, eines wird diesmal unser Favorit: die Inklang 13.3 Advanced Line.

Der Hochtöner sorgt für Detailreichtum und Transparenz. Die 29-Millimeter-Kalotte stammt wie die beiden Konus-Mitteltieftöner von dem renommierten Hersteller SEAS.

Klang-Konstanten …

Mid dieser Box hält ein schlanker Schallwandler Einzug in die Redaktion: Die Klangsäule ist gut einen Meter groß und präsentiert uns bei einer Tiefe von rund dreißig Zentimetern eine Front von knapp 17 Zentimetern. Dadurch wirkt die Inklang 13.3 sehr grazil. Das täuscht darüber hinweg, dass diese Box stattliche 24 Kilogramm auf den Rippen hat. Hier machen sich die Materialstärke des MDF-Gehäuses, die Menge der Verstrebungen, aber auch die flächendeckende Auskleidung mit akustisch dämmender und dämpfender Schwerfolie bemerkbar. Zurück zur Front: Ihre Schlankheit wirkt sich natürlich auf die Lautsprecherbestückung aus. Für die Mitten und die Bässe kommen zwei gleichberechtigte 15-Zentimeter-Chassis zum Einsatz, der effektive Konusdurchmesser beträgt jeweils neun Zentimeter. Dank der Chassis-Dopplung ist für den Tiefton aber genug schwingende Membranfläche vorhanden, die Bassfähigkeit wird zudem durch die Langhub-Ausführung bekräftigt: Bei so konstruierten Lautsprechern kann die Schwingspule im Magnetfeld und damit auch die Membran weiter als üblich auslenken. Durch diesen längeren Hub erzielt der Wandler einen größeren Schalldruck. Die weitere Auslenkung führt aber auch zu einer größeren Wärmeentwicklung, deshalb thront mittig in der Membran ein sogenannter Phase-Plug. Diese kegelförmige „Nase“ leitet die Antriebs-Wärme ab. Zu den beiden Mitteltieftönern gesellt sich ein Hochtöner, er übernimmt bei 2.700 Hertz. Hier setzt Inklang – wie bei jedem seiner Modelle der AdvancedLine – auf einen 29-Millimeter-Tweeter. Seine Kalotte besteht aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung, sie sorgt für große Steifigkeit bei kleinem Gewicht und ermöglicht eine exakte und flotte Membranbewegung – das ist das A und O für einen klaren, präzisen Hochton.

Inklang setzt bei den Mitteltiefton-Chassis auf leichte, aber verwindungssteife Aluminium-Membranen. Im Zentrum thront der markante Phase-Plug für die Ableitung der Wärme.

Dieser Tweeter wird von den beiden Mitteltieftönern eingefasst – eine Treiberformation, die „D’Appolito-Anordnung“ genannt wird und sich im Boxenbau großer Beliebtheit erfreut. Der Name geht auf den amerikanische Physiker Joseph D’Appolito zurück, er hat die Anordnung erdacht und ihren segensreichen Effekt nachgewiesen. Sie sorgt für eine vorteilhafte Fokussierung, indem sie die vertikale Abstrahlung des Schalls vermindert, dies reduziert Boden- und Deckenreflexionen. Diese Schallanteile sind eher unerwünscht, weil sie das Klangbild verfälschen. Die räumliche Auflösung kann von dieser Chassis-Konstellation ebenfalls profitieren. Die amerikanische Anordnung à la D’Appolito ist in der Inklang 13.3 mit europäischen Chassis realisiert, die Lautsprecher stammen, wie immer bei Inklang, von dem bestens beleumundeten norwegischen Hersteller SEAS. Die Treiber-Trias arbeitet in einem 20-Liter-Gehäuse, und um den Tiefton noch ein wenig zu stärken, besitzt die Box hinten zwei Bassreflexkanäle. Die „Doppel-Trompete“ sorgt für eine definierte Luftzufuhr und -abfuhr, die Membranen müssen deshalb nicht so stark gegen ein inneres Luftkissen arbeiten, das resultiert in einem volleren Bass – so spielt die Inklang 13.3 AdvancedLine runter bis 45 Hertz.

Zeichen der Veredelung: Ein kleines Stoffschild ragt auf der Rückseite aus dem Terminal und attesteiert, dass hier die „Referenz Upgrade“-Frequenzweiche eingebaut ist.

… und freie Auswahl von der Weiche bis zur Wandfarbe

Soweit die Vorgaben, ab nun wird’s persönlich: Mit den weiteren Schritten verleihen wir der Box Individualität. Die Personalisierung beschränkt sich nicht auf reine Kosmetik, mit der der Wahl der Frequenzweiche haben wir die Möglichkeit, auch akustisch Einfluss zu nehme: Wer ein höheres Klangniveau erreichen möchte, lässt sich statt der Standard-Frequenzweiche das ReferenzUpgrade einbauen. Wollen wir, das ist uns den Aufpreis von 170 Euro wert. Bei der Lackierung darf es dann ganz genau auf uns abgestimmt sein: Inklang bietet sieben „Trendfarben“ von Schneeweiß bis Schlammbraun und drei stärker ins Auge fallende Akzentfarben, darüber hinaus können wir aber auch eine persönliche Privatlackierung wählen – aus dem riesigen Farbspektrum des Natural Color Systems (NCS) oder aus der Farbenwelt von Farrow & Ball. Wer seine Wände in den Tönen dieses englischen Edel-Herstellers gestrichen hat, bekommt bei Inklang die exakt dazu passende Lackierung der Boxen – oder eine stimmige Kontrastkolorierung. Wir leisten uns hier einen noblen Sonderfarbton, der schön mit unserer grau marmorierten Redaktionswand harmoniert: Railings 31, ein weiches, schimmerndes Schwarz mit blauen Untertönen. Diese Raffinesse lässt die sonst üblichen eindimensionalen Lackierungen der Branche hinter sich. Die Railings 31-Farbgebung setzt sich auf der Sockelplatte der Inklang 13.3 AdvancedLine oberseitig fort, ihre Unterseite hingegen beschert uns die nächste Wahlmöglichkeit: Silber oder Schwarz eloxiert? Wir nehmen Silber, und in der gleichen Farbe wählen wir natürlich die Standfüße. Inklang hat diese höhenverstellbaren Lagerungen selbst entwickelt, ihre Rändel-Optik ist einem Chronografen nachempfunden. Wer lieber Spikes statt Füße möchte, bekommt die pfiffig konstruierten Metalldorne im gleichen Rändel-Look – gegen einen Aufpreis. Das gleiche gilt für Lautsprecherabdeckungen der Tief- und Mitteltöner: Nur wer sie braucht, bestellt und bezahlt sie.

Die Standfüße in Rändeloptik sind eine Kreation von Inklang. Selbst auf Bodenniveau setzt die hanseatische Manufaktur auf Individuallösungen.

Schallwandler mit Event-Plus

Wir haben nun unseren Wunsch-Wandler kreiert, aber wir könnten ihn noch weiter personalisieren: Auf Wunsch wird unser Name in das rückseitige Anschlussterminal gelasert. Lässt sich diese Produktbindung noch steigern? Ja. Wenn man sich seine Box individuell zusammenstellt, ist die nächste Stufe der Personalisierung das eigene Mitwirken. Auch das macht Inklang möglich und erfüllt damit einen Traum, den wohl fast jeder hegt, der sich für Schallwandler interessiert: Boxen selbst bauen. Gegen einen Aufpreis von 199 Euro kann man bei der Fertigung der Lautsprecher in der Hamburger Manufaktur selbst Hand anlegen – natürlich unter fachkundiger Anleitung.

Höhepunkt der Personalisierung: Wer möchte, kann an der Fertigung der Lautsprechers mitwirken – so wird es wirklich „meine Box“.

Ruck-zuck erledigt: Aufbau und Aufstellung

Es braucht etwa sechs Wochen, bis unsere Kreation gefertigt und geliefert ist – aber ab jetzt geht alles ganz schnell. Der Aufbau ist ruck-zuck erledigt: Die Sockelplatten sind schon unter die Boxen montiert, wir brauchen bloß noch die Standfüße einschrauben, und schon sind wir bei der Aufstellung. Wer hier die üblichen Regeln beherzigt – Boxen und Hörort sollten ein gleichschenkliges Dreieck bilden – der ist schon fast am Ziel, denn die Inklang 13.3 AdvancedLine macht es dem Käufer genauso leicht wie die anderen bisher getesteten Lautsprecher der Hanseaten: Sie ist in der Aufstellung sehr unkompliziert. Schon mit einer Pi-mal-Daumen-Positionierung haben wir ein sehr gutes Ergebnis erzielt, mit einer gewissenhaften Ausrichtung wird es noch besser. Optimal ist ein Abstand der Boxen zu den hinteren und seitlichen Wänden von jeweils 50 Zentimeter, bei der hinteren sollten 15 Zentimeter nicht unterschritten werden, damit die Luftzirkulation über die rückseitigen Bassreflexrohre ungestört funktionieren kann. Jetzt noch das Feintuning: Bei uns spielen die Boxen optimal, wenn sie ein wenig zum Hörplatz hin eingewinkelt sind. Nun sind bei der Wiedergabe die Größenverhältnisse absolut stimmig, die Stereo-Darstellung ist stabil.

Amtliches Anschlussfeld: Das Terminal besteht aus Aluminium, die massiven Klemme sind vergoldeten und eignen sich für Bananenstecker, Kabelschuhe sowie blanken Draht. Die vier Anschlüsse ermöglichen Bi-Wiring und Bi-Amping.

So klingt die AdvanceLine 13.3

Beim Einspielen der Box fällt uns sofort auf: Dieser Schallwandler bildet Stimmen mit einer unglaublichen Präsenz ab. Wir haben zum Warmwerden „It’s Time“ von Michael Bublé aufgelegt, die CD startet mit dem Coversong „Feeling Good“, und kaum singt Bublé mit „Birds flying high, you know how I feel“ die ersten Zeilen, wandern unsere Köpfe unwillkürlich Richtung Anlage. Auch der Kollege, der eigentlich mit etwas ganz anderem beschäftigt ist, wird sofort in den Bann gezogen, die wenigen Worte des kanadischen Barden reichen, um die volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dabei hören wir ziemlich leise, die Musik hätte man also gut ignorieren können. Doch wie Bublé ohne laut zu werden sein Auditorium anspricht, so gelingt das der Inklang 13.3 AdvancedLine durch ihre exzellente, realistische Abbildung des Sängers. Wir erleben quasi einen „Orpheus-Effekt“: Der magischen Gesang des mythischen Dichters war ebenfalls unwiderstehlich, und diese Wirkung erzielt die Inklang 13.3 bei uns im Hörraum. Die Chassis in D’Appolito-Anordnung leisten hier ganze Arbeit. Die Stimmwiedergabe ist von Anfang an exzellent, alles andere braucht seine Zeit. Die Inklang 13.3. benötigt etwa zwei Tage, damit sie ihre Klangkultur komplett entfaltet. Der Bass, anfangs noch etwas massig, ist nun herrlich knackig: Die Mitteltieftöner spielen runter bis 45 Hertz, das sorgt für einen sehr satten und konturierten Bass, der uns kaum etwas vermissen lässt. Das zeigt sich einmal mehr bei unserem diesbezüglichen Lieblings-Teststück „Morph The Cat“ von Donald Fagan. Die Aufnahme ist für ihren Wahnsinns-Bass bekannt, sie bietet durchaus tiefere Frequenzen zur Wiedergabe an, aber beim Hören mit der Inklang 13.3. haben wir nicht das Gefühl, das uns etwas fehlt. Klar: Wer abgründige Bässe will, braucht eine andere Box.

Perfekt präsentiert: Füße und weiteres Zubehör liefert Inklang in einem schicken Schuber mit Schaumstoff-Futteral.

Wir finden bei der Inklang 13.3 hingegen genau jene Präzision und Plastizität, die die gesamte AdvancedLine auszeichnet. Dadurch bildet dieser Schallwandler gerade Konzert-Situationen meisterlich ab. Der Auftritt der persischen Sängerin Mamak Khadem versetzt uns live in den berühmten Hamburger Mojo-Club, uns erwartet hier mit der World-Trance-Nummer „Rapture“ eine furiose Verschmelzung von exotischer Vokalkunst, fernöstlichen Saiteninstrumenten und orientalischen Riesentrommeln. Das ergibt eine schlicht atemberaubende Performance, und vollends faszinierend wird es dann bei den zwischenzeitlichen Klang-Effekten, den Panorama-Wanderung und der links-rechts-Verteilung der betörenden Stimmen. Die Inklang 13.3. AdvancedLine gibt dieses komplexe Schallgeschehen herrlich durchsichtig wieder, der Klang ist crisp und klar, der Sound hat Punch und Druck. Genau so muss es sein. Die strukturierte, räumliche Schallwandlung zahlt sich erst recht bei der Wiedergabe eines vielköpfigen Klangkörpers aus: Die Berliner Philharmoniker spielen unter der Battuta von Simon Rattle das „Poco allegretto“ aus der Dritten Sinfonie von Johannes Brahms, und wir können bestens miterleben, wie sich die sehnsuchtsvolle Walzermelodie durch die verschiedenen Instrumentengruppen des Orchester zieht und dann die Hamburger Laeisz-Halle durchströmt – natürlich sitzen wir in dem Traditionshaus auf den Premium-Plätzen, und der Inklang 13.3. AdvancedLine gelingt es, diesen Standort-Vorteil der Aufnahme in einen Hörgenuss-Vorteil bei der Wiedergabe zu wandeln.

Akustik und Optik – Inklang achtet auf beides. Durch ihr ausgezeichnetes, dezentes Design harmoniert die Inklang 13.3 AdvancedLine mit so gut wie jedem Ambiente.

Fazit

Die Inklang 13.3 AdvancedLine zeigt die typischen Markenzeichen der hanseatischen Lautsprechermanufaktur: Sie bietet einen überaus transparenten, präzisen und eher straffen Klang mit kräftigem Punch und knackigem Bass. Diese Vorzüge spielt die 13.3 in Räumen bis etwa 50 Quadratmeter aus, hierfür ist die Zwei-Wege-Bassreflexbox mit einem Tweeter und zwei Mitteltieftönern in D’Appolito-Anordnung bestückt, sie sorgen hier für eine ausgeprägte räumliche Abbildung. Auch über den Klangcharakter hinaus ist diese schlanke Standboxen typisch Inklang: Nach dem Customizing-Prinzip hat der Kunde von der Farbe bis zur Frequenzweiche die Wahl, wie sein Wunsch-Wandler werden soll. So entsteht ein personalisierter, einzigartiger Spitzenlautsprecher, der klanglich und optisch perfekt passt.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: gut

93 of 100

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85 of 100

170913.Inklang 13.3-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Inklang
13.3 AdvancedLine
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:ab 1.699,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- 7 Trendfarben
- 3 Akzentfarben (Aufpreis: 39,95 Euro / Box),
- individuelle NCS-Farbe bzw. individuelle Privatlackierung aus der Farrow & Ball-Farbwelt (Aufpreis: 99,95 € / Box)
- optional: Referenz-Frequenzweiche (Aufpreis: 169,90 Euro)
Vertrieb:Inklang, Hamburg
Tel.: 0800 / 7242388
www.inklang.de
Abmessungen (HBT):1026 x 168 (256 mit Sockel) x 324 mm
Gewicht:24 kg / Stück
Bauart:2-Wege, Bassreflex
Impedanz:4 Ohm
Hochtöner:1 x 29 mm (Aluminium-Magnesium-Membran)
Mitteltieftöner:2 x 150 mm (Aluminium-Membran, Phase Plug)
Frequenzbereich:45 Hz - 25 kHz (Herstellerangabe)
Übergangsfrequenz:2.700 Hertz
Lieferumfang:- Inklang 13.3 AdvancedLine
- Sockelplatte
- Standfüße
- Bedienungsanleitung
Optionales Zubehör:- Spikes inkl. Bodenaufnahme in Rändeloptik (19,95 Euro / 4 Stück)
- Design Lautsprecherabdeckung (34,95 Euro / Box)
Besonderes:- Customizing-Prinzip: Boxen sind individuell konfigurierbar
- sehr gute Verarbeitung
- ausgezeichnete Dynamik und Auflösung
- D'Appolito-Anordnung der Lautsprecher
- optional: höherwertige Frequenzweiche (Aufpreis: 169,90 Euro / Box)
- kostenloses Lasern des eigenen Namens auf das Anschlussterminal
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1,2
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunggut
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